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Will man im Rahmen der Verkehrswende den motorisierten Individualverkehr reduzieren, so sind massiver Ausbau und verstärkte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in all ihren Facetten unverzichtbare Instrumente: angefangen bei klassischen Angeboten wie Bus und Bahn, über „alte-neue“ Modelle wie Sammelrufbusse bis hin zu den recht neuen Verkehrsmitteln der Mikromobilität.
Viel zu häufig wird der öffentliche Nahverkehr noch zu isoliert und damit getrennt von allen anderen Mobilitätsformen wie dem Individualverkehr oder Sharing-Angeboten betrachtet. Es fehlt ein Gesamtkonzept, das die Möglichkeiten neuer Besitzmodelle und klassischer Varianten kombiniert und so zum Erfolg führt.
Das Konzept, dieses voneinander getrennte Denken aufzubrechen, nennt sich Mobility as a Service (MaaS). Dahinter steckt die Idee, Wege im Rahmen des öffentlichen Verkehrs nicht mehr nur von Haltestelle zu Haltestelle, sondern von Tür zu Tür anzubieten. Dabei werden – für einen Weg – verschiedene Verkehrsmittel miteinander kombiniert. Grundlage hierfür ist eine zentrale digitale Plattform wie z.B. eine App, auf der alle Verkehrsmittel zusammengeführt sind.
Dazu gehören neben den klassischen ÖPNV-Angeboten wie S- und U-Bahn, Trambahnen und Busse auch weitere, in die App eingebundene Mobilitätsformen wie Leihräder, E-Scooter oder auch Carsharing-Angebote. Mit diesen lässt sich z. B. der Weg zur nächsten Haltestelle im ÖPNV-Netz schneller und flexibler zurücklegen.
Ein gutes Beispiel dafür, wie die Vernetzung unterschiedlicher Mobilitätsangebote gelingen kann, ist das von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) durchgeführte Projekt „Jelbi“. In einem Zusammenschluss aus 25 Mobilitätspartnern werden zahlreiche Mobilitätsalternativen zentral in einer App gebündelt. 60.000 Fahrzeuge stehen so den Nutzerinnen und Nutzern für ihre Mobilität zu Verfügung.
Mit der App können sie klassische Transportmittel wie Bus, Bahn, Fähre und Taxi sowie Sharinganbieter für E-Scooter, E-Roller, Autos und Fahrräder nutzen. Großer Vorteil dieser App ist, dass Dokumente (Führerschein, Personalausweis) und Zahlungsdaten nur einmal hinterlegt werden müssen.
Neben der App gibt es auch Jelbi-Stationen und -Punkte. An diesen werden an Bus-/Bahn Haltestellen Abstellflächen für die Fahrzeuge der Sharinganbieter gebündelt. Nach und nach entsteht so ein Netz aus Mobilitätsstationen.
Kerstin Hurek, Leiterin Verkehrspolitik ACE
Rufbus, Sammeltaxi, Ridepooling: vor allem in Gegenden ohne gängige ÖPNV-Taktung gewinnen die On-Demand Dienste immer mehr an Bedeutung. Der ACE hat 33 Angebote während der Europäischen Mobilitätswoche getestet – mit einem erfreulichen Ergebnis:
Bezahlbarkeit und Flexibilität im Fokus
Die Nutzung solcher On-Demand-Angebote steht und fällt mit dem Preis und flexiblen Buchungsmöglichkeiten. Erfreulicherweise sind mehr als die Hälfte der Angebote im regulären Tarif enthalten. In diesen Fällen muss also kein zusätzliches Ticket gelöst werden, ein Einzelfahrschein oder das Deutschlandticket ist für die Nutzung ausreichend. Andere Anbieter gewähren immerhin einen Rabatt für Zeitkarten-Besitzer und -Besitzerinnen.
Ebenfalls erfreut hat die ACE-Testerinnen und -Tester, dass zwei Drittel der Fahrtangebote kurzfristig, also bis 30 Minuten vor Fahrtbeginn, gebucht werden können. Lediglich fünf der 33 getesteten Angebote benötigen mehr als eine Stunde Vorlauf.
Insbesondere in ländlichen Regionen ist ein kontinuierlicher Ausbau des klassischen öffentlichen Personennahverkehrs – Bus, Tram, Bahn – ÖPNV erforderlich.
Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Gestaltung der Tarife sowie die Taktung. Ein Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel ist nur dann attraktiv, wenn beides stimmt. Ein Ticketpreis, der dem Angebot angemessen und erschwinglich ist, in Verbindung mit einer Taktung, die es jederzeit ermöglicht, unkompliziert ein beliebiges Ziel zu erreichen.
Ebenso entscheidend ist eine konsequente Vereinfachung des bestehenden Tarifdschungels über eine Vereinheitlichung der einzelnen Tarifsysteme. Insbesondere in Großstädten und Ballungsräumen ist hierfür ein regional übergreifendes Angebot sinnvoll, um für eine höhere Akzeptanz der Fahrgäste zu sorgen. Die nachhaltige Akzeptanz des Deutschlandtickets ist hierfür ein gutes Beispiel.