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Für uns Menschen sind Frühling und Sommer entspannte Monate. Endlich verschwinden die Winterstiefel im Schrank und werden ersetzt durch Halbschuhe oder gar Flipflops. Hauptsache, luftig leicht, damit wir bei Hitze nicht ins Schwitzen kommen. Über die Gummimischung der Sohlen oder deren Profil machen wir uns keine Gedanken. Warum auch? Selten erreichen Flipflops eine Geschwindigkeit von 100 km/h.
Bei Reifen sieht die Sachlage ganz anders aus. Denn im Sommer werden sie ganz besonders gefordert. Einserseits müssen sie an die warmen Temperaturen angepasst sein, um optimalen Grip zu zeigen. Dafür haben Sommerreifen eine härtere Gummimischung als Winterreifen.
Viel wichtiger ist aber das Profil. Das ist bei Sommerreifen so gestaltet, dass breite Rillen bei nasser Fahrbahn Wasser zur Seite ableiten. Die Gefahr von Aquaplaning wird dadurch deutlich gesenkt. Aus Sicht der Verkehrssicherheit ist es somit unerlässlich, bei wärmeren Temperaturen von Winter- auf Sommerreifen zu wechseln.
Doch passende Reifen zur Jahreszeit sind nicht automatisch auch sichere Reifen. Das Testteam von ACE, ARBÖ und GTÜ hat zehn Sommerreifen für Kompaktwagen der Dimension 225/45 R17 im Dienste der Verkehrssicherheit unter die Lupe genommen.
Im Testfeld sind Premium-Reifenfabrikate wie Continental oder Michelin, aber auch günstige Produkte von Austone oder Milestone.
Der Sommerreifentest 2024 wurde auf dem Triwo-Testgelände bei Frankfurt durchgeführt. Testfahrzeuge waren ein Opel Astra Sportstourer für die Objektiv-Tests und ein VW Golf VII Variant für die Subjektiv-Tests.
● Vredestein Ultrac
● Michelin Primacy 4+
● Goodyear EfficientGrip Performance 2
● Bridgestone Turanza
● Maxxis Victra Sport 5 VS5
● Pirelli Cinturato P7
● Continental PremiumContact 7
● Austone Athena SP-701
● Milestone Green Sport GS-05
● Berlin Tires Summer HP 1
● Audi A3, S3
● BMW 1er, 2er
● Fiat Avventura, Tipo
● Mercedes-Benz A-Klasse, B-Klasse
● Opel Astra
● Peugeot 308
● Renault Megane
● Seat Leon
● Škoda Octavia
● Toyota Corolla
● VW Golf, Golf Variant
*abhängig vom Modelljahr, ggf. von der Ausstattungslinie
Wir starten den Test bei guten Bedingungen. Die Sonne scheint, die Fahrbahn ist trocken, der Tacho zeigt 100 km/h. Angenommen plötzlich springt ein Reh auf die Fahrbahn – Vollbremsung! In diesem Szenario zeigen die Reifen eine deutliche Spreizung.
Während wir mit den Reifen von Continental bereits nach 33,7 Metern zum Stehen kommen, gelingt uns das mit Austone-Reifen erst bei 38,2 Metern. Ein Unterschied von knapp 4,5 Metern, in etwa eine Wagenlänge.
Auf Platz zwei in dieser Kategorie landen Michelin (34,1 m) und Pirelli (35,1 m). Das Mittelfeld ist nah beieinander und unterscheidet sich zum Teil nur um wenige Zentimeter.
In dieser Kategorie werden Ausweichmanöver in plötzlichen Gefahrensituationen nachgestellt und generell das Kurvenverhalten ermittelt.
Hier bleibt das Testfeld dicht beieinander. Lediglich die Berlin-Reifen fallen schwächer aus. Sie sind in der Lenkung leicht unpräzise und haben weniger Kurvenfestigkeit.
Alle anderen haben guten Grip, präzises Lenkverhalten und untersteuern wenig. „Sie sind einfach sicher und gut kontrollierbar zu fahren“, so das Urteil von Subjektiv-Tester Henning Renner.
Das Wetter ändert sich. Der Himmel zieht zu, es regnet, die Fahrbahn ist nass. An die Bedingungen angepasst fahren wir jetzt nur 80 km/h. Der Rest bleibt gleich: Ein theoretisches Reh springt auf die Fahrbahn – Vollbremsung!
Das Ergebnis ist ähnlich. Auch hier führt der Continental mit einem Bremsweg von 27,4 Metern. Austone bildet erneut das Schlusslicht mit 31,7 Metern. Eine Differenz von gefährlichen 4,3 Metern. Dem Continental folgen Maxxis (28,01 m), der im Trocken-Bremsen noch auf Platz fünf lag, und Michelin (28,18 m). Das Mittelfeld liegt wieder nah beieinander. Davon deutlich abgeschlagen neben Austone auch Milestone.
Auf dem Nass-Handling-Kurs trennt sich die Spreu vom Weizen. Platz eins belegt hier allein der Continental. Er überzeugt durch guten Grip, wirklich gutes und ausgewogenes Lenkverhalten mit guter Rückmeldung für den Fahrer.
Gleich drei Reifen bezeichnet Henning Renner als Verlierer dieser Kategorie: Austone, Milestone und Berlin. „Sie fahren sich unsicher, haben teils zu viel Übersteuern, sind vom Lenkverhalten unpräzise, mit deutlich weniger Grip und man hat während des Beschleunigungsvorganges mit mehr Untersteuern zu kämpfen.“ Sein Urteil ist klar: „Diese Reifen können in einer Notsituation ein Sicherheitsrisiko für den Normalfahrer darstellen.“
Starkregen sorgt für einen Wasserfilm von mehreren Millimetern auf der Strecke. Wir durchfahren diesen auf gerader Strecke und in der Kurve. Bei diesem Aquaplaning-Test dreht sich so manche Platzierung.
Lag Maxxis beim Nass-Bremsen noch auf Platz zwei, rutscht er beim Aquaplaning in der Kurve auf den letzten Platz. Vredestein rückte vom Mittelfeld auf Platz eins und liegt mit deutlichem Abstand sogar vor dem Continental. Milestone, beim Bremsen immer auf dem vorletzten Platz, schafft es hier ins Mittelfeld.
Die Ergebnisse des Tests unterstreichen, wie wichtig es ist, die Reifen in allen Kategorien intensiv zu testen. Nur wer konstant gute Leistung erbringt, ist ein wirklich sicherer Reifen.
Gesamtsieger im Sommerreifentest 2024 ist klar der Continental. Er konnte in allen Disziplinen der Verkehrssicherheit überzeugen und bietet in unserem Testfeld die meiste Sicherheit. Einziger Makel: er ist von allen Reifen der lauteste. Sehr empfehlenswert sind zudem Vredestein, Michelin und Pirelli. Durchgefallen und damit nicht empfehlenswert ist Austone. Dagegen sind Milestone und Berlin in unserer Gesamtwertung bedingt empfehlenswert.
Doch in den Disziplinen der Verkehrssicherheit sind auch sie durchgefallen. Die Ergebnisse beim Bremsen und Nasshandling sind eindeutig. Sie stellen ein Sicherheitsrisiko für Normalfahrer dar und können damit auch andere Verkehrsteilnehmende in Gefahr bringen.