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Von 1,6 Millionen in 2013 auf 11 Millionen in 2023: Die Anzahl an Fahrrädern mit elektrischem Antrieb ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Rein statistisch betrachtet hat jeder vierte Deutsche ein elektrisch betriebenes Fahrrad. 2023 wurden erstmals mehr elektrisch angetriebene Fahrräder (2,1 Millionen) als klassische Fahrräder (1,9 Millionen) verkauft.
E-Bikes, Pedelecs ("Pedal Electric Cycles") und S-Pedelecs bilden mit unterschiedlichen Antriebskonzepten, Bauweisen und Geschwindigkeiten verschiedene Klassen von Elektro-Rädern. Für den Laien sind die Unterschiede häufig nur schwer zu erkennen.
Wir geben Orientierung zur Frage, welches E-Bike für welchen Gebrauchszweck das Richtige ist. Zudem informieren wir über die unterschiedlichen rechtlichen Vorgaben, die es je nach E-Bike- oder Pedelec-Typ zu beachten gilt.
Der Begriff "E-Bike" hat sich – vermutlich aufgrund seiner sprachlichen Einfachheit– als genereller Überbegriff bzw. Synonym für Elektrofahrräder etabliert. Kurz gesagt: Wer E-Bike sagt, meint in der Regel elektrisch angetriebene Fahrräder und damit meist auch Pedelecs und S-Pedelecs.
Rein rechtlich betrachtet bilden E-Bikes aber eine eigene Kategorie von Elektrofahrrädern: Bei E-Bikes unterstützt der Motor nicht nur beim Treten der Pedale wie bei den Pedelecs, sondern durch einen Drehgriff oder einen Gashebel am Lenker. Bis maximal 500 Watt und maximal 25 km/h gelten E-Bikes verkehrsrechtlich als Kleinkraftrad, bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h als Leichtmofa.
Rechtliche Bedingungen:
Pedelecs sehen auf den ersten Blick aus wie ein herkömmliches Fahrrad. Um Motorenunterstützung zu bekommen, muss in die Pedale getreten werden.
Der Begriff Pedelec 25 bezeichnet Fahrräder mit elektrischer Tretunterstützung bis zu einem Tempo von 25 km/h. Nach Erreichen dieser Geschwindigkeit schaltet sich der Elektromotor ab.
Pedelecs sind die in Deutschland am häufigsten verbreitete Form des elektrischen Fahrrads. Im Volksmund werden Pedelecs – rein verkehrstechnisch und -rechtlich fälschlicherweise – oft auch als E-Bikes bezeichnet (siehe hierzu auch "E-Bike" in dieser Übersicht).
Ein Pedelec 25 gilt in der StVO als Fahrrad. Dies gilt auch für Fahrzeuge, die mit elektrischer Tretunterstützung eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h erreichen und darüber hinaus über eine Anfahr- oder Schiebehilfe verfügen. Die Geschwindigkeit der Schiebehilfe darf 6 km/h nicht überschreiten.
Rechtliche Bedingungen:
S-Pedelecs sind Zweiräder, die mit Motorunterstützung eine Geschwindigkeit von 45 km/h erreichen können. Auch wenn diese als „Pedelec 45“ genannten Kleinkrafträder fast wie Fahrräder aussehen, zählen sie verkehrsrechtlich zu den Kraftfahrzeugen.
Rechtliche Bedingungen:
Pedelecs werden verkehrsrechtlich nicht als Krafträder, sondern als Fahrräder betrachtet, daher besteht für ihre Benutzung keine Helmpflicht. Pedelecs können allerdings schneller beschleunigen und deutlich höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten als herkömmliche Fahrräder erzielen. Der ACE empfiehlt Ihnen daher dringend, bei der Fahrt mit dem Pedelec einen Fahrradhelm zu tragen.
Pedelecs bzw. E-Bikes sind schwerer und können oft schneller gefahren werden als normale Fahrräder. Dadurch weisen sie ein anderes Kurvenverhalten auf. Auch Überholmanöver gestalten sich anders als bei herkömmlichen Fahrrädern, eine gewisse Einübungsphase sollten besonders ungeübte Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer hier einplanen. Aus Sicht des ACE sollten Kinder unter 12 Jahren in der Regel kein Pedelec fahren.
Laut Herstellerangaben liegt die Reichweite einer Akkuladung meist zwischen 80 und 130 Kilometern. Ob diese Werte unter realistischen Bedingungen tatsächlich erzielt werden, ist unter anderem von der Strecke, der Topografie des Geländes und der Temperatur abhängig. Auch das Gewicht des Fahrers oder der Fahrerin spielt eine wesentliche Rolle.
Prospektangaben beziehen sich darüber hinaus in der Regel auf den Einsatz der geringsten möglichen elektrischen Unterstützung auf ebener Strecke. Die Zuschaltung der größtmöglichen Elektrounterstützung kann die Reichweite auf nur noch ein Drittel des Optimalwertes absinken lassen.
Die Lebensdauer von Akkus ist grundsätzlich abhängig von der Anzahl der möglichen Ladezyklen. Die meisten Hersteller geben hierzu die Anzahl von 1.000 Ladezyklen an, bis zu 1.500 Ladezyklen sind aber durchaus üblich. Dazu spielen weitere Faktoren wie u.a. Zeit sowie die Lagerung (möglichst trocken) und die Temperatur der Lagerräume (idealerweise zwischen 10 bis 20 Grad Celsius). Der Memory-Effekt spielt bei modernen Akkus keine Rolle, sie gelten als relativ unempfindlich gegenüber häufiger durchgeführten Ladevorgängen.
Bei älteren Akkus können Leistung und Reichweite der Batterie erheblich schwanken. Werte zur Akku-Lebensdauer von 20.000 Kilometern oder mehr sollten bei Batterien der ersten Generation kritisch betrachtet werden.
Ausführliche Infos zur Lagerung, Ladezyklus und Akku-Haltbarkeit finden Sie in unserem Ratgeber.
Die Befestigung des Akkus findet je nach Ausführung an verschiedenen Orten statt. Bei älteren Modellen sind die Akkus noch am Gepäckträger angebracht, dies ist bei neueren Modellen aber kaum noch der Fall. Damit wurde auch die zusätzliche Anbringung von Fahrradtaschen erschwert.
Der Akku hinter dem Sattelrohr wirkt sich schwerpunktmäßig günstig aus, erschwert aber teilweise den Akkutausch für den Ladevorgang.
Ebenfalls günstig auf den Schwerpunkt wirkt sich ein am vorderen Rahmenrohr positionierter Akku aus. Durch die Lage wird möglicherweise der Platz für eine Wasserflasche knapp.
Des Weiteren gibt es auch noch im Rahmen integrierte Akkus, optisch zweifellos die eleganteste Variante – aber nur, wenn sie herausnehmbar sind. Fest verbaute Akkus haben den klaren Nachteil, dass sich der Akku nicht wechseln lässt und immer das ganze Fahrrad zur Ladestation bzw. zur Steckdose muss.
Sinnvoll ist, verschiedene Konstruktionen im Rahmen einer Probefahrt miteinander zu vergleichen. Dabei sollte auch darauf geachtet werden, ob der Akku abschließbar ist und ob er sich leicht zum Laden entfernen lässt.
Das Aufladen selbst geschieht mittels des mitgelieferten Ladegeräts, das an eine normale Haushaltssteckdose angeschlossen wird. Bereits vor dem Kauf sollte man darauf achten, wie lange der Ladevorgang bis auf 80 oder 100 Prozent dauert.
Pedelecs werden in vielen verschiedenen Bauformen angeboten: Die größte Stabilität und Spurtreue gewährleisten klassische Diamantrahmen, so wie sie bei Rennrädern, Gravelbikes und vielen Mountainbikes üblich sind. So genannte Wave-Rahmen besitzen kein Oberrohr und bestechen daher durch einen niedrigen Durchstieg, reagieren aber zum Teil empfindlich auf Bodenunebenheiten und höhere Geschwindigkeiten. Der Trapezrahmen – bei diesen sitzt das Oberrohr ein Stück tiefer – ist ein Kompromiss aus Stabilität und Auf- bzw. Absteigekomfort.
Wer ein Pedelec ins Auge fasst, sollte sich während einer ausgiebigen Probefahrt davon überzeugen, dass das Rad verwindungsfrei ist, und dass es mit dem Auf- und Absteigen gut klappt.
Pedelecs werden in verschiedenen Rahmengrößen und mit unterschiedlich großen Felgendurchmessern angeboten. Je größer der Radstand und die Laufräder ausfallen, desto besser ist der Geradeauslauf. Je kleiner Rahmen und die Felgen, desto wendiger ist das Rad. Je nach Rahmentyp können für dieselbe Person unterschiedliche Rahmengrößen notwendig sein. Die Größe muss ergonomisch passen, ebenso der Abstand zum Lenker und dessen Höhe. Bei manchen Bauformen ist die Sitzposition so hoch, dass die Füße, zum Beispiel beim Stopp an der Ampel, nicht mehr sicher auf den Boden reichen. Hier sind absenkbare Vario-Sattelstützen die Lösung. Sie lassen sich von der Lenkstange aus fernbedienen.
Komfortbedürfnisse, aber auch der Wunsch nach einer sicheren Führung des Vorderrades werden durch eine Gabelfederung bedient. Hier gibt es verschiedene Konstruktionen, die auf den Einsatzzweck abgestimmt sind. So genannte “Fullies” verfügen darüber hinaus über eine zusätzliche Federung der Hinterradschwinge. Auch gefederte Sattelstützen, die auch nachrüstbar sind, erhöhen der Komfort spürbar.
Das Angebot an Fahrrädern mit elektrischem Antrieb ist in den letzten Jahren explosionsartig angewachsen. Etwa 95 Prozent der E-Bikes gehören zur Kategorie der führerscheinfreien Pedelecs 25. Die Bandbreite reicht vom preisgünstigen Vehikel aus dem Supermarkt oder Baumarkt bis zum High-Tech-Bike vom Fachhändler.
Wer sein Pedelec häufig nutzt, sollte eher zum Markenrad greifen, denn diese sind in der Regel robuster und die Ersatzteilversorgung ist unproblematischer.
Ansonsten kommt es darauf an, auf welchen Wegen überwiegend gefahren wird und zu welchen Anlässen. Fürs Pendeln auf die Arbeit sind Schutzbleche sinnvoll, um auch bei Regen die Kleidung sauber zu halten. Wer oft in bergigen Regionen unterwegs ist, sollte über möglichst viele Gänge verfügen und für Schotterpisten sind breite Reifen mit ordentlichem Profil von Vorteil, während sie auf Asphalt eher laut sind und Reichweite kosten. Passt alles in den Rucksack, oder sollen vielleicht Packtaschen an einem Gepäckträger angebracht werden können?
Mal sitzt der Antrieb im Vorderrad, mal zentral zwischen den Pedalen, mal im Hinterrad. Generell ist der Vorderradantrieb inzwischen selten geworden. Da bei so einem Antrieb das Vorderrad gerne mal durchdreht und sich die Antriebskraft zudem negativ auf das Lenkverhalten auswirkt, ist vom Antrieb vorn eher abzuraten.
E-Bikes mit Mittelmotor sind am meisten verbreitet und haben vor allem den Vorteil einer optimalen Gewichtsverteilung. Erfolgt die Kraftübertragung zum Hinterrad über eine Kette, unterliegen diese sowie die Kettenblätter einem recht hohen Verschleiß. Deutlich verschleißfester sind hingegen Riemenantriebe.
Beim Hinterradantrieb sitzt der Motor direkt an der Nabe der Felge. Die meisten Systeme verfügen über keine Schaltung, daher ist dieses Antriebskonzept für längere und steile Berganfahrten eher ungeeignet, da die Motoren schnell überfordert sind. Es gibt aber mittlerweile auch Radnabenantriebe, die auch für bergige Gegenden geeignet sind. Da sowohl Kette als auch Riemen entfallen, ist ein solches System nahezu wartungsfrei.
Wichtig ist, dass auch Bremsen und die übrige Ausstattung eine hohe Qualität haben und für das höhere Fahrzeuggewicht und höhere Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Empfehlenswert sind hydraulische Scheibenbremsen. In Kombination mit einer Nabenschaltung lässt sich auch der Wunsch nach einer zusätzlichen Rücktrittbremse erfüllen. Bremsen mit ABS oder IBS vermeiden ein Überbremsen des Vorderrades. Es kann somit im Notfall voll gebremst werden, ohne dass die Gefahr besteht, unfreiwillig über den Lenker abzusteigen.
Am sinnvollsten ist es, ein E-Bike gleich mit Beleuchtung zu ordern. Hier sollte bei den Scheinwerfern nicht gespart werden. Da die Beleuchtung an den Motor angeschlossen wird und es verschiedene Systeme gibt, sollte eine Nachrüstung nur in der Fachwerkstatt erfolgen. Auch Akku- oder Batteriebetriebene Beleuchtung ist erlaubt, aber eher unpraktisch und meist auch nicht so leuchtstark. Empfehlenswert sind Funktionen wie Fern- Tagfahr- Stand- und Bremslicht.
Was einst der Tacho war, ist heute der Bordcomputer. Dieser bietet über die Geschwindigkeit hinaus Informationen zum gewählten Unterstützungsmodus, dem Ladestand des Akkus und der voraussichtlichen Reichweite. Praktisch ist eine integrierte Navigation sowie eine Wegfahrsperre.
Einige Modelle sind mit einem Diebstahlschutz erhältlich. Dieser reicht von elektronischen Wegfahrsperren bis hin zur GPS-Ortung.
Beim Kauf des Pedelecs gilt wie beim allgemeinen Fahrradkauf, dass gute Qualität ihren Preis hat. Wer im Supermarkt ein Pedelec zum Spartarif erwirbt, muss in der Regel davon ausgehen, dass für diesen Preis weder ein hochwertiger Rahmen noch eine hochwertige Ausstattung zu haben sein werden. Es gibt eine Reihe von Organisationen oder Fachzeitschriften, die regelmäßig Pedelec-Tests durchführen.
Der ACE empfiehlt, sich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen und mehrere Pedelecs Probe zu fahren.
Bei der Kaufentscheidung stehen zudem weitere Fragen im Mittelpunkt:
Tipp: Machen Sie Ihre Probefahrt unter den Umständen, wie Sie ihr Pedelec nutzen wollen.
Die mit der Benutzung von Pedelecs verbundenen CO2-Emissionen sind vom Strom-Mix abhängig, mit dem die Batterien geladen werden. Um Emissionen einzusparen, empfiehlt sich Strom aus regenerativen Energiequellen zu nutzen. Im Vergleich zum PKW ist ein Pedelec immer umweltschonender.