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Rund fünfzig Prozent der tödlich verunglückten Radfahrer und Radfahrerinnen sterben an einem Schädel-Hirn-Trauma. Das zeigt eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) aus dem Jahr 2014. Dennoch tragen auch heute noch weniger als die Hälfte aller Menschen beim Fahrradfahren einen Helm. Wir haben mit UDV-Leiterin Kirstin Zeidler darüber gesprochen, welche Verletzungen durch einen Kopfschutz verhindert werden können, wie sich die Helmtragequote in den vergangenen Jahren verändert hat und ob eine gesetzliche Pflicht in Deutschland möglich wäre.
Weitere Tipps und Infos zum Fahrradhelm finden Sie hier.
Kirstin Zeidler leitet seit 1. Februar 2023 die Unfallforschung der Versicherer des Gesamtverbands der Versicherer (GDV).
Natürlich! Ich trage auch bei kurzen Strecken immer einen Helm und kann das jedem nur empfehlen. Meiner Meinung nach sollte der Helm genauso zum Fahrrad gehören wie das Fahrradschloss.
Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass der Helm bei einem Sturz auf die Seite, bei dem der Fahrradfahrer mit dem Kopf auf die Fahrbahn prallt, das Risiko einer schweren Gehirnerschütterung um circa 30 Prozent reduziert.
Noch viel höher sind die Zahlen, wenn man vorne über den Lenker fällt und frontal auf den Kopf prallt: Hier lässt sich durch einen Helm die Gefahr schwerer Hirnblutungen um 90 Prozent verringern.
Von den insgesamt 117 tödlich verunglückten Radfahrern unserer Studie war bei mehr als der Hälfte ein Schädel-Hirn-Trauma die Todesursache. Der Fahrradhelm kann also über Leben und Tod entscheiden.
Das zeigen die Statistiken der Bundesanstalt für Straßenwesen, die jedes Jahr neue Zahlen veröffentlicht: Während zum Zeitpunkt unserer Studie im Jahr 2014 gerade mal 15 Prozent innerorts einen Helm trugen waren es 2023 bereits über 44 Prozent aller Fahrradfahrer und Fahrradfahrerinnen. Allerdings unterscheidet sich die Quote sehr stark zwischen den verschiedenen Altersgruppen.
2023 trugen knapp 83 Prozent der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren einen Helm. Danach fällt die Quote steil ab: Bei den 11- bis 16-Jährigen sind es noch rund 47 Prozent und bei den 17- bis 21-Jährigen nur noch 33 Prozent. Unter den 22- bis über 60-jährigen schützt die Gruppe der 31- bis 40-Jährigen mit gut 47 Prozent ihren Kopf am häufigsten.
Eine Helmpflicht wäre in Deutschland meines Wissens rechtlich nicht umsetzbar. Ein solches Gesetz wäre ein zu großer Eingriff in die persönliche Freiheit, die ja im Grundgesetz verankert ist.
Die stärkere Verbreitung wird meiner Meinung nach automatisch dazu führen, dass andere nachziehen. Ich vergleiche das auch immer gerne mit dem Skifahren: Dort beobachten wir, dass es in den vergangenen Jahren selbstverständlich geworden ist, einen Helm zu tragen. Die Nicht-Träger sind inzwischen die Ausnahme.
Wichtig ist auch, immer wieder darauf hinzuweisen und deutlich zu machen, dass ein Helm in sehr vielen Fällen vor schweren Verletzungen oder sogar tödlichen Unfällen schützen kann.