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Stellen Sie sich vor, Ihr Fahrzeug parkt allein aus der Tiefgarage und fährt mit nach hinten gleitender Schiebetür vor. Sie steigen ein, lehnen sich bequem zurück, nennen Ihr Fahrziel. Sie verfolgen an einem animierten Bildschirm die Neuigkeiten des Tages. Längst wundert es Sie nicht mehr, dass das Fahrzeug kein Lenkrad und keine Bedienelemente hat.
Unterwegs kommuniziert Ihr Auto unablässig mit anderen Verkehrsteilnehmern und Verkehrsüberwachungssystemen. Niemand missachtet die Vorfahrt, niemand drängelt von hinten oder überholt riskant. In Kreisverkehren und am Zebrastreifen verhält sich Ihr autonom fahrendes Auto vorbildlich, völlig kontrolliert, völlig sicher. Sie sind Passagier, nicht Fahrer.
Diese höchste Evolutionsstufe des Automobils ist längst nicht mehr nur eine verrückte Idee einzelner Visionäre, sondern erklärtes Unternehmensziel aller führenden Automobilhersteller und Tech-Konzerne. Der Weg ist längst eingeschlagen, nur der Zeitpunkt und die weitreichende Flächendeckung – das ist nach wie vor völlig offen.
Den Fortschritt von Mobilitätstechnologien hat sich die US-Organisation „Society of Automotive Engineers“ (SAE) auf die Fahnen geschrieben. Sie hat eine wegweißende Klassifizierung herausgegeben, die viel zitiert wird und als Richtschnur dient: die fünf Stufen zum autonomen Auto.
Dem Fahrer stehen Assistenzsysteme zur Verfügung: Abstandstempomaten sorgen dafür, dass das Auto nicht zu dicht auffährt, Totwinkel-Assistenten leuchten im Seitenspiegel, andere Systeme halten das Auto in der Spur. Doch immer muss die Person am Steuer die Verkehrssituation selbst überwachen und trägt die Verantwortung für Schäden und Regelbrüche. Der Fahrer wird wie von einem aufmerksamen „Beifahrer“ gewarnt oder unterstützt, hat aber stets die Entscheidungshoheit.
Systeme dieser Stufe haben vollständigen Zugriff auf Gas, Bremse sowie Lenkung, doch der Fahrer muss sie jederzeit überstimmen können. Allerdings kann das Auto in vordefinierten Umgebungen, zum Beispiel der Autobahn, komplett übernehmen: Es kann einer Spur oder einem vorausfahrenden Auto folgen, die Geschwindigkeit auch an Tempolimits anpassen, Spuren wechseln und überholen, im Stau automatisch abbremsen und innerhalb von ein paar Sekunden wieder anfahren. Doch der Fahrer ist allzeit gefordert: Er muss das Geschehen überwachen und ad hoc eingreifen können. Die meisten Autos, die dem SAE-Level 2 entsprechen, erfordern regelmäßige Lenkradberührungen. Zum Beispiel Teslas „Autopilot“ ist ein Level-2-System – auch, wenn es sich nach mehr anhört.
Ab dieser Stufe kann der Fahrer auch mal Zeitung lesen oder sich anderen Nebentätigkeiten zu- und damit vom Straßengeschehen abwenden. Doch nach einer definierten Übergabezeit, gemäß UNO-Regularien derzeit zehn Sekunden, muss er die Kontrolle wieder übernehmen können. Denn auf Level 3 sind Autos nur unter bestimmten Gegebenheiten automatisiert unterwegs. Liegen diese nicht vor, etwa bei eingeschränkter Sicht aufgrund von Nebel oder auch einfach nur durch Nässe stoßen die Systeme an ihre Grenzen. Mit der Mercedes S-Klasse (bzw. dem elektrischen Pendant EQS) und dem BMW 7er gibt es bereits Fahrzeuge, die die Stufe 3 erfüllen.
Ab dieser Stufe kann der Autofahrer auf vordefinierten Strecken zum Passagier werden. Das Fahrzeug bildet selbst die sogenannte Rückfallebene: Sollten die Systeme ausfallen, kann das Auto eigenständig für einen sicheren Halt sorgen, etwa auf dem Seitenstreifen. Der Mensch muss das Steuer dazu nicht mehr übernehmen, kann dies aber tun. Voraussetzung für Level 4 sind vernetzte Fahrzeuge, die mit anderen Fahrzeugen und/oder der Infrastruktur kommunizieren sowie hochauflösende Karten, mit denen Autos bis auf den Zentimeter sekundengenau positionsbestimmt werden können. Fahrzeuge der Stufe 4 sind in den USA bereits auf der Straße und ohne Mensch am Steuer unterwegs.
Diese Stufe entspricht der Idealvorstellung: Das Fahrzeug bewegt sich fahrerlos, trifft alle Entscheidungen selbst und kann überall unterwegs sein, unabhängig von Umfeldbedingungen und Straßentyp. Die Systeme meistern auch komplexe Verkehrssituationen, etwa an Kreuzungen, selbst bei jeder Wetterlage völlig autonom. Der Mensch ist nur noch Passagier. Bei Unfällen haftet der Hersteller, nicht mehr der Mensch im Fahrzeug.
Das greifbare Szenario vom multitalentierten Selbstfahr-Auto ist heute wieder etwas in die Ferne gerückt. Zu komplex die Technik, zu groß die Erwartungen und die Herausforderungen.
Sicherheit:
- Autonome Fahrzeuge müssen in der Lage sein, unvorhergesehene Situationen zu erkennen und darauf angemessen zu reagieren.
- Cyberangriffe könnten die Sicherheit der autonomen Fahrzeuge und damit der Insassen gefährden.
- Datenschutz-Bedenken vieler Menschen.
Infrastruktur:
- Straßen müssen beispielsweise durch den Einbau von Sensoren und die Schaffung spezieller Fahrspuren an die Bedürfnisse des autonomen Fahrens angepasst werden.
Aus deutscher Produktion gibt es derzeit drei Fahrzeuge, die Level-3-zertifiziert sind: die Modelle S-Klasse und EQS von Mercedes und der i7 von BMW. Aus Haftungsgründen sind die Systeme aber ausschließlich freigegeben auf Autobahnen, nicht bei Spurwechseln, nicht oberhalb von 60 km/h bei BMW und 90 km/h bei Mercedes, nur bei Tageslicht, nicht in Tunneln oder Baustellen und auch nur bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt.
Der BMW i5 beherrscht mit dem Autobahnassistenten autonomes Fahren Level 2+, wie es BMW formuliert. Die Hände dürfen vom Lenkrad genommen werden, doch der Blick muss auf der Straße bleiben. Wie das klappt haben wir getestet.
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